Angebote an den Nordseestränden für Urlauberinnen und Urlauber
Seit drei Jahren gibt es nun den „Zuhör-Korb“ am Friesenstrand in Tossens, ein Gemeinschaftsprojekt der Urlauberseelsorge des Ev.-luth. Kirchenkreises Wesermarsch, der katholischen Kirchengemeinde in Butjadingen und von der Tourismus-Service Butjadingen GmbH & Co. KG (TSB). Die Idee hatte Claudio Schrock-Opitz von der TSB aus Ostfriesland mitgebracht, erinnert sich Kreispfarrerin Christiane Geerken Thomas. Und so stehen am Nordseestrand in Tossens zwei Strandkörbe mit Blick auf das Watt oder die Flut. In einem sitzen geschulte Ehrenamtliche und Hauptamtliche als Zuhörende, der zweite Strandkorb ist Touristinnen und Touristen vorbehalten, die zwanglos mit den Zuhörenden ins Gespräch kommen können.
Es geht bei dem Angebot von Kirche und Tourismusgesellschaft nicht um Therapiegespräche, sondern es soll ein Gespräch über Gott und die Welt sein. Trotzdem sind auch Gespräche mit ernsthaftem Hintergrund erwünscht, kommen Urlauberinnen und Urlauber doch nicht immer ganz unbelastet an den Nordseestrand. Und wenn es doch einmal um ernsthafte Probleme gehen sollte, können die Zuhörenden an die Seelsorger und Seelsorgerinnen bzw. an professionelle Beratungsstellen verweisen.
Auch wenn bei dem Projekt die Zuhörenden nicht Schlange stehen, wurden schon interessante Gespräche geführt. „Es ist natürlich immer eine Überwindung, zum Korb zu kommen,“ weiß der Autor dieses Artikels, der sich auch als Zuhörender engagiert. „Aber oft sind die Türöffner ungewohnt: So kam ein Hund angelaufen und es kam zu einem interessanten Gespräch mit seiner Besitzerin.“ Ferner können Kinder, die interessiert die Körbe betrachten, die Eltern zu einem Gespräch animieren.
Und es hat sich gezeigt, dass die dreijährige Präsenz bei den Touristinnen und Touristen, die jedes Jahr nach Tossens kommen, sehr wohl wahrgenommen und gelobt wird. Deshalb ist das Projekt eine gute Möglichkeit für die Kirche, Präsenz zu zeigen und im Gespräch zu bleiben, sind sich die Verantwortlichen sicher.
Pfarrerin Susanne Stephan aus Burhave ist begeistert von dem großen Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die im Zuhör-Korb Dienst. „Von einer Polizeibeamtin über eine Ärztin, Kolleginnen und Kollegen im Ruhestand, Landwirtinnen, einer Bestatterin oder einer Küsterin ist eine richtig bunte Truppe am Start. Es ist immer wieder schön zu sehen, wer sich da engagiert“, so Stephan.
Buntes Angebot an den Urlaubsstränden
Aber nicht nur mit dem Zuhörkorb sind die Kirchen an den Urlaubsstränden in Butjadingen vertreten. Die katholische Kirche bietet im Rahmen ihrer Sommerkirche an den Stränden von Burhave und Tossens ein buntes Programm für Kinder. Hier kann in einem Kirchenzelt gebastelt, gesungen und gespielt werden, alles unter Anleitung von Ehrenamtlichen, die gegen eine Aufwandsentschädigung Urlaub auf den dortigen Campingplätzen machen können, dafür aber für ca. zwei Stunden täglich für das Programm verantwortlich sind. Die Aktionen haben einen regen Zulauf von Kindern, die neben dem Stranderlebnis auch gerne einmal etwas Kreatives machen wollen.
Gottesdienste und Andachten
Für die Familie gibt es Gottesdienste und Andachten an besonderen Orten, so zum Beispiel ein Meditationsspaziergang am Strand von Burhave. Die Andachten sind bewusst schlicht gehalten und sollen musikalisch und mit kleinen Texten die Stimmung von Himmel, Land und Meer einfangen.
Besonderes Highlight: Sundowner
Ein besonderes Highlight sind die sogenannten Sundowner. Zum Sonnenuntergang (Termine siehe Programm) finden am Friesenstrand in Tossens Aktionen statt mit einem anschließendem Segenscocktail zum Verweilen, Gespräch und Genießen.
Verantwortlich auf evangelischer Seite ist u.a. Pfarrerin Susanne Stephan aus Burhave, auf katholischer Seite Pfarrer Michael Kenkel und Diakon Christoph Richter. In diesen Wochen unterstützen Ferienpastorinnen und -pastoren aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus der Schweiz die Arbeit in der Urlaubskirche.
Das Programm findet man unter: https://wesermarsch.kirche-oldenburg.de/kirchenkreis/urlauberseelsorge-und-tourismus
Ein Beitrag von Carsten Homann.





