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Die evangelisch-lutherische Kirche in der Region Ostfriesland-Ems setzt sich öffentlich für die Demokratie ein. Die Regionalbischöfin Schiermeyer betont, die Menschenwürde und der gesellschaftliche Zusammenhalt müssten gestärkt werden.

Emden (epd). Der evangelisch-lutherische Sprengel Ostfriesland-Ems hat sich der gemeinsamen Erklärung der leitenden Theologinnen und Theologen in Niedersachsen und Bremen zur Stärkung von Demokratie und Menschenwürde angeschlossen. «Demokratie beginnt nicht in Berlin, sondern hier bei uns - auf dem Marktplatz, im Gemeindesaal, am Küchentisch. Sie lebt davon, dass Menschen mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Dafür machen wir uns als Kirche stark», sagte Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer am Montag in Emden. Anlass ist der Tag des Grundgesetzes am 23. Mai. An diesem Tag wurde 1949 das Grundgesetz verkündet.

Die leitenden Theologinnen und Theologen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen hatten Anfang Mai eine gemeinsame Erklärung für Demokratie und Menschenwürde veröffentlicht. Explizit warnen sie darin vor «antidemokratischen Tendenzen» und benennen dabei auch ausdrücklich die AfD. Führende Vertreterinnen und Vertreter der Partei äußerten sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch, heißt es in der Erklärung. Und weiter: «Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben.»

Auch Schiermeyer beklagte, dass vereinfachende Darstellungen und eine abwertende Sprache in der Gesellschaft an Präsenz gewinnen: «Das steht in Spannung zu den Werten, für die wir als Kirche einstehen. Unser Anliegen bleibt es, die von Gott gegebene Würde jedes Menschen zu achten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.»

Der Sprengel Ostfriesland-Ems ist einer von sechs Bezirken der hannoverschen Landeskirche. Zum Sprengel gehören 143 Kirchen- und Kapellengemeinden sowie drei Gesamtkirchengemeinden mit zusammen rund 274.500 Mitgliedern.