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Beim Religionsunterricht an den Schulen ist vieles in Bewegung. Der christliche Unterricht ist weiter gefragt, auch bei Schülern ohne Kirchenbindung. Zugleich wächst das Fach «Werte und Normen». Ein neuer Ansatz soll künftig Schüler zusammenführen.

Hannover (epd). Etwa zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen in Niedersachsen nehmen an einem christlichen Religionsunterricht teil - doch die Teilnehmerzahl ist rückläufig. Das geht aus der jüngsten Statistik des Kultusministeriums in Hannover hervor, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Zugleich steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die am Fach «Werte und Normen» teilnehmen. Der islamische Religionsunterricht stagniert unterdessen.

Nach den Zahlen vom August 2025 nahmen landesweit 522.085 Schülerinnen und Schüler an einem christlichen Religionsunterricht teil. Das sind 63,3 Prozent - ein Minus von 1,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Am beliebtesten war dabei der konfessionell-kooperative Religionsunterricht, bei dem seit 1998 evangelische und katholische Kinder und Jugendliche gemeinsam unterrichtet werden können.

An diesem Unterricht nahmen 256.624 Schüler teil - ein Plus von rund 7.000 Schülern oder 0,8 Prozentpunkten. Dieses Modell soll im kommenden Schuljahr 2026/2027 zum neuen Fach «Christliche Religion» weiterentwickelt werden, das den klassischen, nach Konfessionen getrennten Religionsunterricht nach und nach ablösen soll.

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die der evangelischen oder katholischen Kirche angehören, sank unterdessen erstmals unter die 50-Prozent-Marke auf 49,4 Prozent. Das bedeutet: 14,9 Prozent der Schüler nehmen an einem christlichen Religionsunterricht teil, obwohl sie keiner Kirche angehören. Freikirchen und orthodoxe Kirchen sind in dieser Statistik nicht eingerechnet.

Die Teilnehmerzahlen am rein konfessionellen evangelischen oder katholischen Unterricht sinken dagegen. 235.880 Schüler besuchten das Fach Evangelische Religion - ein Minus von rund 11.500 Schülern oder 1,5 Prozentpunkten. 29.581 Schüler besuchten einen rein katholischen Unterricht - ein Minus von 4.600 Teilnehmenden oder 0,6 Prozent.

Das säkular ausgerichtete Fach «Werte und Normen» verzeichnete unterdessen einen Zuwachs um rund 14.200 Schüler oder 1,6 Prozentpunkte. 248.434 Schüler besuchten diesen Unterricht, rund 30,1 Prozent. Der islamische Religionsunterricht wuchs leicht um rund 250 Kinder und Jugendliche. Der Anteil von 0,4 Prozent blieb aber gegenüber dem Vorjahr konstant.

Insgesamt besuchten an öffentlichen Schulen 768.875 Kinder und Jugendliche einen Unterricht aus dieser Fächergruppe. Die Abdeckung lag damit bei 93,4 Prozent.