Niedersachsens Bevölkerung wird in der kommenden Dekade stärker altern als in den drei Jahrzehnten zuvor zusammen. Das ist ein Ergebnis einer Berechnung des Landesamtes für Statistik. Die Experten rechnen jedoch mit großen regionalen Unterschieden.
Hannover (epd). Niedersachsen wird neuesten Berechnungen zufolge bis zum Jahr 2045 demografisch stark altern. So habe eine Bevölkerungsvorausberechnung ergeben, dass die Zahl der Menschen ab 65 Jahren von 1,86 Millionen im Jahr 2024 auf rund 2,28 Millionen im Jahr 2045 steigt, teilte das Landesamt für Statistik Niedersachsen am Dienstag in Hannover mit. Das entspricht einem Zuwachs von 22,7 Prozent. Die Statistiker seien zudem unter der Annahme moderater Entwicklungen bei Geburtenraten, Lebenserwartung und Zuwanderung zu dem Ergebnis gekommen, dass im gleichen Zeitraum die Anzahl der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren um etwa 696.000 Personen sinken wird.
Der Altenquotient, also die Zahl der Menschen ab 65 Jahren je 100 Personen im Erwerbsalter, erhöht sich der Berechnung zufolge von glatt 40,0 im Jahr 2024 auf 57,8 im Jahr 2045. Das entspricht einem Anstieg von 44,5 Prozent. Dramatisch erscheine aus Sicht der Statistiker die Geschwindigkeit der bevorstehenden Veränderungen: Während der Altenquotient in den vergangenen 30 Jahren von 1994 bis 2024 lediglich um 14,4 angestiegen sei, erhöhe sich dieser bereits bis 2035 voraussichtlich um 14,6. Niedersachsen altere damit in der kommenden Dekade stärker als in den drei Jahrzehnten zuvor zusammen.
Regional seien teils starke Unterschiede zu erwarten, hieß es weiter. Einige Städte verzeichneten vergleichsweise geringe Zuwächse des Altenquotienten bis 2045, darunter Achim (+19,2 Prozent), Wolfsburg (+21 Prozent), Laatzen (+24 Prozent) und Einbeck (+25,2 Prozent). Deutlich größere Veränderungen ergäben sich vor allem im ländlichen Raum. So verdoppele sich im Umland der Stadt Cloppenburg das Verhältnis von Personen im Rentenalter zu Erwerbsfähigen von 30,3 auf 61,4 (+102,6 Prozent). Und auch im Umland von Vechta (+81,9 Prozent) und im Umland von Oldenburg (+71,5 Prozent) erhöhe sich der Altenquotient besonders stark.
Während sich in Städten wie etwa in Göttingen (+5,6 Prozent) oder Laatzen (+7,4 Prozent) der Anteil der Personen ab 65 Jahren im Vergleich zum Jahr 2024 geringfügig erhöhen werde, wachse diese Altersgruppe um fast 50 Prozent im Umland von Cloppenburg oder Vechta. Parallel schrumpfe in vielen ländlichen Regionen die Zahl der 20- bis unter 65-Jährigen stark, wie beispielsweise im Umland von Göttingen (-29,2 Prozent), während Städte wie Wolfsburg (-4,3 Prozent) deutlich geringere Rückgänge verzeichneten.