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Bei der Nabu-Zählaktion «Stunde der Gartenvögel» sind in Niedersachsen 38 Prozent weniger Mauersegler gesichtet worden als im Vorjahr. Buchfink, Grünfink und Amsel wurden häufiger beobachtet.

Hannover (epd). Die Zahl der beobachteten Mauersegler ist in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Bei der 22. Zählaktion «Stunde der Gartenvögel» wurde der elegante Sommerbote 38 Prozent seltener gemeldet als im Vorjahr, teilte der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen am Dienstag in Hannover mit. Auch für den Haussperling und die Mehlschwalbe verzeichnete der Verband Rückgänge. Buchfink, Grünfink und Amsel wurden dagegen häufiger beobachtet.

«Gerade bei den Finken können wir in Niedersachsen erst einmal aufatmen», sagte Lamin Neffati vom Nabu Niedersachsen am Dienstag in Hannover. Der Buchfink sei im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent häufiger gemeldet worden der Grünfink 11 Prozent häufiger. «Das ist ein gutes Zeichen. Offenbar bahnt sich derzeit keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden an, die in der Vergangenheit bei einigen Finkenarten deutliche Spuren hinterlassen hatte.» Ganz aus dem Blick geraten dürfe das Thema aber nicht. Die Erreger können sich besonders an Futterstellen und Vogeltränken verbreiten.

«Wenn Mauersegler und Mehlschwalben seltener werden, schauen wir nicht nur auf einzelne Vogelarten, sondern auch auf Lebensräume, die verschwinden», erklärte Neffati. Sanierungen ohne Ersatzquartiere, verschlossene Nischen an Gebäuden und der Rückgang von Insekten könnten den Arten zusetzen. Auch dem Haussperling fehlten vielerorts Nistplätze an Gebäuden und ausreichend Insekten.

Ein Lichtblick seien die Ergebnisse der Mönchsgrasmücke: Sie wurde in Niedersachsen 28 Prozent häufiger gemeldet. Diese Vogelart fühle sich dort wohl, wo Gärten nicht zu aufgeräumt sind und es dichte Hecken, Sträucher und bodennahe Vegetation gibt. Den Angaben zufolge haben landesweit 6.320 Bürger rund 137.500 Vögel aus mehr als 4.430 Gärten gemeldet.