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Seit Jahrzehnten prägt Klaus Wengst den christlich-jüdischen Dialog in Deutschland. Nun wird der Theologe geehrt, dessen Arbeit den Blick auf das Neue Testament nachhaltig verändert hat.

Braunschweig (epd). Der Theologe Klaus Wengst (84) erhält für sein langjähriges Engagement im christlich-jüdischen Dialog den diesjährigen Blickwechsel-Preis. Wie kaum ein anderer habe er sich dafür eingesetzt, antijüdische Lesarten des Neuen Testaments zu überwinden und die bleibende Bedeutung Israels für die christliche Theologie herauszuarbeiten, heißt es in der Mitteilung des Vereins Begegnung Christen und Juden Niedersachsen. Die Verleihung findet am 29. Juni in der Synagoge in Braunschweig statt.

Wengst lehrte von 1981 bis 2007 als Professor für Neues Testament an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschung sei unter anderem von der Frage nach dem Verhältnis der neutestamentlichen Schriften zum Judentum geprägt gewesen. Von 1992 bis 2006 war er zudem Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Mit zahlreichen Vorträgen, Publikationen und Bildungsformaten habe er sich für ein vertieftes christlich-jüdisches Gespräch eingesetzt.

An der Preisverleihung wirke unter anderem die braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel mit, hieß es. Die Laudatio halte die frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann. Der Preis hat den Angaben zufolge die Form eines Granatapfels und wurde von einem Goldschmied gestaltet. Die Auszeichnung erinnere somit an biblische Symbolik, die sowohl in der jüdischen als auch der christlichen Kultur eine bedeutende Rolle spiele. Der Verein Begegnung Christen und Juden Niedersachsen verleiht den undotierten Blickwechsel-Preis seit 2007.