Würzburg/Hildesheim (epd). Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland wollen angesichts der gesellschaftlichen Spannungen Orte des Dialogs sein. «Kirchen tragen Verantwortung dafür, Begegnung zu ermöglichen - in Gemeinden, Schulen, sozialen Einrichtungen und im öffentlichen Gespräch», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, und der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs.
Beide Kirchenleitenden trafen sich zu Beginn des Katholikentags am Mittwoch in Würzburg. Es war das erste Treffen seit Wilmers Amtsantritt im Februar. Der Hildesheimer Bischof wechselt ins Bistum Münster und wird am 21. Juni im St.-Paulus-Dom in Münster eingeführt. Wilmer war im März von Papst Leo XIV. zum Bischof von Münster ernannt worden.
Verhärtete Positionen
Viele Menschen erlebten derzeit, wie hart gesellschaftliche Debatten geworden seien, hieß es in der Erklärung weiter. Misstrauen wachse, Positionen verhärteten sich, und es werde übereinander statt miteinander gesprochen. «Als Kirchen wollen wir dem etwas entgegensetzen: Orte, an denen Menschen einander zuhören, Unterschiede aushalten und gemeinsam nach Lösungen suchen.» Frieden entstehe dort, wo Menschen und Nationen einander nicht abschrieben, sondern Verständigung suchten.