Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rückt nicht nur Spitzensport in den Mittelpunkt, sondern auch ein Thema, das häufig im Schatten des Fußballfiebers steht: Sportwetten. Während Millionen Menschen die Spiele verfolgen, werben Wettanbieter verstärkt mit Bonusaktionen und speziellen WM-Angeboten. Die Fachstelle Sucht Oldenburg weist deshalb auf die Risiken von Sportwetten hin und ruft zu einem bewussten Umgang mit Glücksspielen auf.
„Große Sportereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft führen regelmäßig zu einem Anstieg der Wettaktivitäten. Besonders problematisch ist, dass Sportwetten oft als harmloser Teil des Fußballerlebnisses wahrgenommen werden. Tatsächlich gehören sie jedoch zu den Glücksspielangeboten mit erhöhtem Suchtpotenzial“, so Polina Lehmann, Fachberaterin für Glücksspielsucht an der Fachstelle Sucht Oldenburg.
Die Risiken von Sportwetten werden häufig unterschätzt. Neben der emotionalen Dynamik von Spielen, der ständigen Verfügbarkeit über digitale Angebote und der intensiven Werbeansprache ist besonders der gefühlte Kompetenzanteil von Bedeutung. Viele Wettende nehmen ihr Wissen über Mannschaften, Spieler oder Statistiken als eine Art „Kompetenzvorsprung“ wahr. Dieses Gefühl kann dazu führen, dass Zufall und Risiko bei Sportwetten unterschätzt werden. Trotz möglicher Vorkenntnisse bleiben Sportwetten letztlich vom Zufall abhängig.
Die gesellschaftliche Normalisierung trägt dazu bei, dass viele Menschen während großer Turniere erstmals mit Sportwetten in Kontakt kommen oder ihr Wettverhalten ausweiten.
Die Landeskoordinatorinnen für Glücksspielsucht empfehlen daher:
- Sportwetten nicht als Teil des Fußballfiebers, sondern als Glücksspiel mit realen Risiken betrachten.
- Vorab feste finanzielle Grenzen festlegen und konsequent einhalten.
- Verluste nicht durch weitere Wetten ausgleichen.
- Auf Warnsignale wie Kontrollverlust, steigende Einsätze oder Konflikte im persönlichen Umfeld achten.
Wer feststellt, dass Sportwetten zunehmend Zeit, Gedanken oder Geld bestimmen, sollte frühzeitig Unterstützung suchen.
Die Fachstelle Sucht Oldenburg ist eine Einrichtung der Diakonie im Oldenburger Land. Sie bietet Beratung, Information und Unterstützung für Menschen mit Suchtproblemen sowie für Angehörige. Die Beratung erfolgt vertraulich und auf Wunsch anonym.
Fachliche Ansprechpartnerin
Fachstelle Sucht Oldenburg
Diakonie im Oldenburger Land
Polina Lehmann
Telefon: 0441-3615596-0
E-Mail: polina.lehmann@diakonie-ol.de
Internet: https://www.suchtberatung-oldenburg.de/gluecksspiel
Ein Beitrag von Sabine Müller, Pressereferentin, Diakonie im Oldenburger Land.

