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Die Naturschutz-Organisation WWF fordert, den Schutz der Meere als zentralen Bestandteil von Sicherheitsstrategien zu verankern. Gesunde Ozeane seien lebenswichtig für Infrastruktur, Wirtschaft und Klimaschutz.

Emden/Hamburg (epd). Die Naturschutz-Organisation WWF fordert, den Meeresschutz fest in die nationale Sicherheitsstrategie einzubinden. Intakte Meere und Küsten seien eine unverzichtbare natürliche Infrastruktur und damit ein zentraler Sicherheitsfaktor, teilte die Organisation am Dienstag in Hamburg mit. An diesem Mittwoch und Donnerstag tagt in Emden die Nationale Maritime Konferenz. Zu dem Treffen der Bundesregierung zur Unterstützung der maritimen Wirtschaft werden rund 800 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft erwartet.

Die aktuelle Debatte konzentriere sich zu stark auf technische Anlagen wie Strom- und Datenkabel oder die Hafen-Infrastruktur, kritisierte die WWF-Meeresschutzexpertin Karoline Schacht. Dabei würden die stabilisierenden Funktionen gesunder Meere für Klima, Ernährung und Küstenschutz unterschätzt. Resiliente Meere speicherten Kohlendioxid, regulierten die globale Temperatur und trügen zur Ernährungssicherheit bei.

Die Umweltfolgen der wirtschaftlichen und militärischen Nutzung der Meere müssten stärker berücksichtigt und abgewogen werden, betonte Schacht. Die Meere müssten gegen vielseitige Belastungen gestärkt werden. Um das Aussterben von Pflanzen und Tieren aufzuhalten, dürften Meeresschutzgebiete nicht angetastet werden.

Das betreffe bereits in naher Zukunft die geplante Deponierung von Kohlendioxid im Meeresboden, erläuterte Schacht. Bisher sei unklar, wie die dazu gehörenden Installationen dann geschützt werden sollen. Auch die Frage, ob die Speicherung des Klimagases mit den Schutzgebieten und ihrem Auftrag kollidiert, sei ungeklärt.