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Hannover (epd). Die Erkenntnisse über den offenbar absichtlich herbeigeführten Flugzeugabsturz über Südfrankreich brechen aus Sicht des Flughafen-Seelsorgers Ulrich Krämer aus Hannover mit einem Tabu in der Luftfahrt. «Das gegenseitige Vertrauen ist zutiefst erschüttert», sagte Krämer am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). «So etwas schien bisher nicht einmal denkbar.» Zuvor hatten französische Ermittler nach der Auswertung des Stimmenrekorders bekanntgegeben, der Co-Pilot habe die Germanwings-Maschine offenbar absichtlich abstürzen lassen.

Er habe am Nachmittag mit Germanwings-Bediensteten gesprochen und in fassungslose, sprachlose und hilflose Gesichter geblickt, berichtete Krämer. Viele Mitarbeiter hätten den Co-Piloten gekannt. «Keiner hatte irgendein Misstrauen», sagte der Seelsorger. «Mit welchem Misstrauen sollen sie jetzt in die Pilotenkanzel steigen?» Bei dem Unglück in den Alpen waren am Dienstag alle 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder eines Fluges von Barcelona nach Düsseldorf ums Leben gekommen.

epd