Innehalten, Nachdenken, mehr Mitgefühl wagen: Die traditionelle Fastenaktion «7 Wochen Ohne» der evangelischen Kirche lädt von Aschermittwoch bis Ostern zum Um- und Neudenken ein.
Göttingen. (epd). An diesem Aschermittwoch beginnt die traditionelle evangelische Fastenaktion «7 Wochen Ohne». Die christliche Initiative steht bis Ostermontag unter dem Motto «Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte». Es gehe darum, bewusst mehr Mitgefühl zu praktizieren, erklärte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister als Botschafter der Aktion. Die besondere Zeit soll helfen, inneren Ballast abzuwerfen und sich selbst und anderen neu zu begegnen. Der zentrale Auftaktgottesdienst wird am 22. Februar um 9 Uhr in der St.-Albani-Kirche in Göttingen gefeiert und live im ZDF übertragen.
In der Fasten- oder Passionszeit erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor - auf die Botschaft von der Auferstehung. In dieser Zeit verzichten viele Menschen bewusst auf liebgewonnene Genussmittel wie Schokolade oder Alkohol, aber auch auf Fleisch. Viele reduzieren außerdem ihren Fernseh- oder Social-Media-Konsum, um den Alltag zu unterbrechen. Sie nutzen diese Wochen, um zur Ruhe zu kommen und dem eigenen Leben eine neue Richtung zu geben.
Seit mehr als 40 Jahren lassen sich nach Angaben der Veranstalter Millionen Menschen von der evangelischen Fastenaktion «7 Wochen Ohne» anregen, die Routinen des Alltags zu hinterfragen. Ein Fastenkalender und Begleitmaterial bieten dazu Denkanstöße in Text und Bild. Teilnehmende von «7 Wochen Ohne» können sich zu Fastengruppen zusammenschließen oder den Aktionskalender nutzen.
Die Fastenaktion wurde 1983 gegründet. Ein mit Theologen und Medien-Experten besetztes Kuratorium bestimmt alljährlich nach Aschermittwoch das Motto für das Folgejahr. «7 Wochen Ohne» gehört zum Netzwerk des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main.