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Oldenburg/München (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Pläne für eine Einschränkung beim Familiennachzug für syrische Flüchtlinge kritisiert. «Viele Syrer hier in Deutschland machen sich große Sorgen um ihre Angehörigen zu Hause, die jeden Tag Angst um Leib und Leben haben müssen», sagte der bayrische Landesbischof der in Oldenburg erscheinenden «Nordwest-Zeitung» (Mittwochsausgabe). Die Weihnachtsbotschaft stelle Flüchtlinge besonders in den Mittelpunkt. Dies gebe Hoffnung, dass nicht die Gewalt das letzte Wort habe, sondern das Leben.

 

Jesus, Maria und Josef seien selbst zu Flüchtlingen geworden. Dies sei «ein wichtiger Hinweis für uns heute», sagte der Ratsvorsitzende. Nach der biblischen Erzählung habe König Herodes von dem Kind in der Krippe gehört und alle neugeborenen Kinder töten lassen, um seinen vermeintlichen politischen Konkurrenten, den König der Juden, auszuschalten. «Damit ist Jesus - so würden wir es heute sagen - ein politisch Verfolgter gewesen.» Josef und Maria hätten mit ihm Asyl in Ägypten bekommen. Jesus habe später gesagt: «Ich bin ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen.» Dieser Satz sei von großer Aktualität.

 

Jeder müsse für sich selbst herausfinden, wie er Menschen in Not beistehen könne, sagte Bedford-Strohm: «Nicht jeder kann Flüchtlinge in den eigenen vier Wänden aufnehmen.» Viele Menschen spendeten aber Geld, und Hunderttausende engagierten sich ehrenamtlich in einer Kleiderkammer oder gäben Flüchtlingen Deutsch-Unterricht.