Verkohlte Bibelfragmente, ferne Klöster und moderne Bildtechnik: Neue Podcasts der Niedersächsischen Akademie zeigen, wie Forscher jahrtausendealte Texte entschlüsseln.
Göttingen (epd). Drei Forschungsprojekte der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften werden in Podcasts zum Leben erweckt. Aus den Fragen, warum die Bibel neu herausgegeben oder wie eine fast vergessene Sprache erfasst wird, seien drei Hör-Abenteuer entstanden, teilte die Akademie am Donnerstag mit. Die Audio-Serie, die auf der Internetseite der Akademie abrufbar ist, wurde von den Rundfunkjournalisten Frederik Schulz-Greve und Saba Gebreyesus produziert.
In dem Podcast über das Psalter-Projekt fragen die Journalisten den Angaben zufolge, wie ein ursprünglicher Wortlaut der Psalmen, der über Jahrtausende immer wieder übersetzt und korrigiert wurde, nun wiederhergestellt werden könne. Dabei wurden mit moderner Bildtechnik verkohlte Fragmente und schwer zugängliche Klosterhandschriften analysiert. Der Podcast über das Wörterbuch des Altuigurischen führe auf eine Reise entlang der Seidenstraße, wo eine buddhistische, manichäische und christliche Gemeinschaft mehrere Jahrhunderte lang eine offene, mehrsprachige Kultur prägte.
In dem dritten Podcast «Wortgeschichte Digital» wird erklärt, wie Sprache Geschichte erzählt und sich in ihren Bedeutungen im Zusammenspiel mit der Gesellschaft verändert. «Der Wandel zeigt sich besonders deutlich an einzelnen Wörtern», sagte eine Sprecherin. So werde das Wort «Krieg» in einem anderen Land als «militärische Spezialoperation» bezeichnet und somit unterscheide sich auch die gesellschaftliche Wahrnehmung.