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Bremen (epd). Die Mitarbeitervertretungen der Diakonie in Bremen haben Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di gefordert. «Wir rufen alle diakonischen Einrichtungen in Bremen dazu auf, einen Arbeitgeberverband zu gründen und in Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft einzutreten», sagte der Vorsitzende des Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretung des Diakonisches Werks in Bremen, Helmut Schümann, am Freitag. So solle nach dem Vorbild Niedersachsens in den bundesweit stockenden Lohnverhandlungen eine Bremer Lösung gefunden und das kirchliche Arbeitsrecht abgeschafft werden. Eine Stellungnahme der Diakonie war am Freitagnachmittag nicht zu bekommen.

Schümann beklagte gegenüber dem epd den Stillstand in den seit Februar 2016 laufenden Entgeltverhandlungen und ein einseitiges Vorgehen der Arbeitgeber. Nach dem Scheitern der Verhandlungen hätten die Arbeitgeber einseitig die Löhne erhöht und an anderer Stelle Verschlechterungen eingeführt. Die Arbeitnehmer hätten daraufhin das zuständige Kirchengericht in Hannover angerufen. Doch ein Termin vor dem Gericht stehe noch aus.

Mit dem Appell an die Arbeitgeber in Bremen solle für das Bundesland das kirchliche Arbeitsrecht, der sogenannte «Dritte Weg», abgeschafft werden, erläuterte Schümann. Stattdessen sollen künftig Vertreter der Arbeitgeber auf Augenhöhe mit Vertretern der Gewerkschaft verhandeln, wie es auch sonst in der freien Wirtschaft üblich sei. In Niedersachsen, Hamburg und weiten Teilen Schleswig-Holsteins gebe es bereits solche Tarifverträge in der Diakonie.

In Bremen und den anderen Teilen Deutschlands werden dagegen in der Diakonie die Gehälter auf dem «Dritten Weg» ausgehandelt. Dabei sitzen Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in einer paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommission, wie sie das kirchliche Arbeitsrecht vorsieht. Gewerkschaftsfunktionäre sind bei den Verhandlungen nicht dabei.