15 Menschen kamen bei dem Terroranschlag auf eine jüdische Feier in Sydney ums Leben, mindestens 40 wurden zum Teil schwer verletzt. Christliche Kirchen vieler Konfessionen haben sich am Freitag an die Seite der jüdischen Gemeinden gestellt.
Hannover (epd). Nach dem Terroranschlag auf eine jüdische Chanukka-Feier im australischen Sydney haben die christlichen Kirchen in Hannover ihre Solidarität mit den jüdischen Gemeinden zum Ausdruck gebracht. Der Anschlag habe sich zwar zunächst gegen jüdisches Leben gerichtet, erklärte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hannover (ACKH) am Freitag. Doch in Wahrheit richte er sich «gegen alle Menschen, die ein friedliches und von Respekt geprägtes Miteinander in Vielfalt leben wollen». Zu diesem Miteinander gebe es keine Alternative.
«Einmal mehr wird deutlich, dass in unserer Zeit der Antisemitismus zu einer weltweiten Realität geworden ist», erklärte der überkonfessionelle Zusammenschluss von evangelischen, katholischen, orthodoxen und freikirchlichen Gemeinden: «Hass und Gewalt bedrohen unser alltägliches Leben immer mehr.» Christen träten jeder Ausbreitung von Hass, Gewalt und Terror mit Nachdruck entgegen, hieß es. Bei dem Anschlag am 14. Dezember kamen 15 Menschen ums Leben. Mindestens 40 wurden schwer verletzt.
Die ACKH sei auch den Muslimen verbunden, die unter einer möglichen Stigmatisierung von Gewalt litten und in der Folge Vorverurteilung und Ausgrenzung erleben müssten. «Wir drücken all denen unsere Solidarität aus, die sich von Gewalt in jeder Form distanzieren», hieß es. In Hannover habe sich seit Jahrzehnten ein friedliches und tolerantes Miteinander der Religionen etabliert. So stehe die erste nach dem Krieg erbaute Synagoge in Deutschland in Hannover, und in den vergangenen Jahren seien mehrere frühere Kirchengebäude in jüdische Gemeinde- und Kulturzentren umgewidmet worden.