Zum Hauptinhalt springen

Angststörungen haben in den vergangenen Jahren bei jungen Menschen in Niedersachsen laut einer Studie der Krankenkasse DAK drastisch zugenommen. Vor allem Mädchen sind betroffen. Als Ursache sieht die DAK unter anderem die Corona-Pandemie.

Hannover (epd). Angststörungen sind unter jungen Menschen in Niedersachsen nach einer Erhebung der Krankenkasse DAK auf dem Vormarsch. 2024 waren nach Daten der Kasse 48 von 1.000 DAK-versicherten Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren mit einer Angststörung in Behandlung, wie die DAK am Montag in Hannover mitteilte. Erheblich häufiger betroffen waren Mädchen mit 73 Fällen pro 1.000 Versicherten, wohingegen der Anteil mit entsprechender Diagnose bei den Jungen nur 26 betrug.

Auch im längerfristigen Trend - verglichen wurden die Zahlen von 2024 mit jenen von 2019 - betrifft das Thema Angststörungen vor allem Mädchen. Bei ihnen nahmen die Fallzahlen in dem betrachteten Fünfjahreszeitraum um 70 Prozent zu, bei den Jungen nur um 28 Prozent, wie die Kasse mitteilte. Auch Depressionen und Essstörungen hätten vor allem unter Mädchen zugenommen, ergänzte die DAK. Aktuell hätte sich die Situation stabilisiert, es sei bei Angststörungen eine «Plateau-Bildung auf einem hohen Niveau» zu beobachten. Als Auslöser für den starken Anstieg der vergangenen Jahre sieht die DAK unter anderem die herausfordernde Situation von Jugendlichen während der Corona-Pandemie.

Niedersachsens DAK-Landeschef Dirk Vennekold sprach mit Blick auf die Zahlen von «einer neuen Dimension von psychischen Erkrankungen». Vor allem junge Menschen - und unter ihnen insbesondere Mädchen - seien von Ängsten, Depressionen und Essstörungen dauerhaft betroffen. Um Kinder dauerhaft zu stärken und zu schützen, forderte Vennekold ein neues Schulfach «Gesundheit», dessen Ziel es sein müsse, die Gesundheitskompetenz von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Der stellvertretende Vorsitzende der Ärztekammer Niedersachsen, Thomas Buck, unterstützte die Forderung nach dem neuen Schulfach. Es bedürfe «in diesen unsicheren Zeiten eine höhere Gesundheitskompetenz bei der heranwachsenden Generation». Zudem sei es wichtig, als Gesellschaft den Umgang mit Mitmenschen mit psychiatrischen Erkrankungen zu erlernen.

Der DAK-Kinder- und Jugendreport fußt den Angaben zufolge auf den Versichertendaten von knapp 73.000 Kindern und Jugendlichen. Er ist laut der Krankenkasse der größte europäische Report seiner Art.