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Westerstede/Celle (epd). Der stellvertretende Leiter der Landesfeuerwehrschule hat Verständnis dafür geäußert, dass seine Einrichtung zur vorübergehenden Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert wurde. «Die Entscheidung des Innenministeriums trifft die Feuerwehr sehr, sehr hart», sagte Carsten Prellberg in einem Interview der Oldenburger «Nordwest-Zeitung» (Sonnabendausgabe). Sie sei aus seiner Sicht aber unumgänglich.

Die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz hat Standorte in Celle und in Loy im Kreis Ammerland. In Loy waren am Freitag die ersten 50 Flüchtlinge eingetroffen.

«Wir alle haben mitverfolgen können, dass der Zustrom von Flüchtlingen nicht abreißt und die Lage sich zuspitzt», betonte Prellberg: «Insofern erfordern außergewöhnliche Situationen auch außergewöhnliche Maßnahmen.» Der Bedarf der Feuerwehr an Aus- und Fortbildung sei allerdings derzeit sehr groß. Wenn nun die Ausbildung bis auf weiteres ausgesetzt werde, sei das sehr schmerzlich.

Die CDU hatte zuvor heftige Kritik geübt. Fraktionschef Björn Thümler forderte Innenminister Boris Pistorius (SPD) auf, die vorübergehende Schließung umgehend rückgängig zu machen. Gerade die Feuerwehr habe das Land in den vergangenen Wochen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützt. Mindestens einer der beiden Standorte müsse daher weiterhin für Schulungen zur Verfügung stehen.

Thümler kritisierte, dass ausschließlich Liegenschaften des Innenministeriums für die Unterbringung von Flüchtlingen herangezogen würden. Auch andere Ressorts müssten sich beteiligen. Als mögliche Alternativstandorte nannte er die Pädagogische Hochschule in Hannover sowie die ehemalige Polizeischule in Wennigsen am Deister.

Das Innenministerium hatte am Donnerstag angekündigt, die beiden Feuerwehrschulen zeitweise zu Notunterkünften für Flüchtlinge zu machen. In den Gebäuden würden bis zu 700 Plätze vorbereitet. Er bitte für «diesen historisch wohl einmaligen Schritt» um Verständnis, sagte Staatssekretär Stephan Manke.

Bis zum Sonntag müsse das Land 2.100 Notunterkunftsplätze schaffen, um allen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf anbieten zu können. In den vergangenen Wochen hat Niedersachsen nach eigenen Angaben an mehr als 20 Standorten fast 10.000 Plätze in Notunterkünften geschaffen.

Internet: www.feuerwehrschulen.niedersachsen.de