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Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Bischof Thomas Adomeit (Oldenburg), sagt anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar 2026:
„Am 27. Januar gedenken wir der Millionen von Opfern des Holocausts und des Nationalsozialismus. Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren werden wir weiter dem aktuell in Deutschland wieder stärker werdenden Antisemitismus in all seinen Formen entschlossen entgegentreten.

Wir beziehen dabei ausdrücklich auch die Sinti und Roma ein, die ebenfalls zu den Verfolgten des Naziregimes gehört haben. Auch Antiziganismus verleugnet die Ebenbildlichkeit Gottes und die Menschenwürde aller Menschen.

Die Gerechtigkeit unter allen Menschen gehört zu den wesentlichen biblischen Grundüberzeugungen. Deshalb setzen wir uns als evangelische Kirchen in Niedersachsen an diesem Gedenktag besonders dafür ein.“

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog proklamiert und auf den 27. Januar festgelegt. An diesem Tag war 1945 das Vernichtungslager Auschwitz im heutigen Polen von sowjetischen Truppen befreit worden. Die Vereinten Nationen riefen 2005 den 27. Januar als «Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust» aus.

Bis Kriegsende wurden rund sechs Millionen Juden ermordet. In Auschwitz starben rund 1,1 Millionen Menschen. Weltweit leben nach Angaben der Claims Conference schätzungsweise noch 196.600 Holocaust-Überlebende in mehr als 90 Ländern.

Bischöfin Fehrs zum Holocaust-Gedenktag: «Nie wieder» bleibt Aufgabe 

Die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs hat zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar zu wachsamem Widerstand gegen Judenhass und Menschenverachtung aufgerufen. Das «Nie wieder» sei für Christinnen und Christen eine tägliche Aufgabe.

Hannover (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, hat anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz an diesem Dienstag vor 81 Jahren zum Widerstand gegen Judenhass und Menschenverachtung aufgerufen. Das «Nie wieder» bleibe für Christinnen und Christen eine tägliche Aufgabe, erklärte die Hamburger Bischöfin am Montag. Die Erinnerung an das millionenfache Leid rufe zugleich zur Verantwortung auf.

Der 27. Januar sei ein Gedenktag, den man nicht einfach «begeht», fügte Fehrs hinzu: «Jedes Jahr aufs Neue drohen diese unvorstellbaren Zahlen, mich sprachlos zu machen, ringe ich um Worte für dieses unfassbare Leid. Wir trauern um Millionen Menschen - in dem Wissen: Mit jedem erloschenen Leben stirbt eine Welt.» Sie forderte, Hüter der Namen der Ermordeten und der Geschichten zu sein, «die die Menschlichkeit bewahrten». Vielleicht sei auch dies eine Form des Widerstands: hinzusehen, zuzuhören und nicht abzustumpfen.

«Judenhass trägt viele Masken»
Judenhass und Menschenverachtung tragen laut Fehrs heute «alte, aber auch andere Masken, rufen alte und neue Parolen, nutzen andere Plattformen. In all dem arbeiten sie noch immer mit denselben Mitteln: Entmenschlichung, Abwertung und Ausgrenzung.» Gott jedoch sage: «Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.» Er meine damit ausnahmslos jeden Menschen. Für sie sei das Trost und Auftrag zugleich, damit Leben geschützt werde.

 

 

Selektionsrampe in Auschwitz-Birkenau
Selektionsrampe in Auschwitz-Birkenau
Bischof Thomas Adomeit
Bischof Thomas Adomeit