Diskriminierung abbauen und gegenseitiges Verständnis fördern: Dazu soll eine «gendersensible» Arbeitshilfe der Landeskirche Hannovers beitragen.
Hannover (epd). Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hat am Mittwoch eine neue «Arbeitshilfe für eine gendersensible und queerfreundliche Praxis» vorgestellt. Die Publikation mit Anregungen für die kirchliche Arbeit werde im Januar an alle Gemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen verschickt, sagte die Gleichstellungsbeauftragte Cornelia Dassler vor der Landessynode in Hannover.
Viele Mitarbeiter in Pfarrämtern, Kirchenvorständen sowie auf Kirchenkreisebene hätten wenig Erfahrung im Umgang mit queeren Menschen, erläuterte Dassler. Oft sei nicht Böswilligkeit, sondern eher Unwissenheit der Grund dafür, wenn solche Menschen oder das Thema ausgeschlossen oder ausgegrenzt würden.
Die fast 200 Seiten starke Arbeitshilfe enthält Beiträge zu inklusiver Sprache sowie Hinweise für die Seelsorge und Kommunikation mit Personen, deren geschlechtliche Identität nicht der heterosexuellen Norm entspricht. Aufgenommen wurden auch Vorschläge für die Gottesdienstgestaltung und die Jugendarbeit sowie Erläuterungen zu biblischen und theologischen Hintergründen.
Insgesamt werden den Angaben zufolge rund 3.000 Exemplare versendet. Die hannoversche Landeskirche ist mit mehr als 1.200 Gemeinden zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.