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Mit einem Ausbau von Deichen will sich Niedersachsen gegen den steigenden Meeresspiegel wappnen. Insgesamt zählt das Bundesland europaweit zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen.

Hannover (epd). Das Land Niedersachsen steht angesichts des Klimawandels vor besonderen Herausforderungen. So hätten mehrere Studien bestätigt, dass das Bundesland in Europa die am meisten von der Klimakrise negativ betroffene Region ist, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Mittwoch in Hannover. Die hohe Betroffenheit resultiere insbesondere aus der großen Landesfläche, der hohen Einwohnerzahl, der großen Anzahl an bebauter Infrastruktur und der langen Küstenlinie von 618 Kilometern.

Das Bundesland habe daher ein besonders hohes Interesse am Erreichen der Klimaziele und lege den Fokus klar auf einen verstärkten Klimaschutz, betonte der Sprecher. So sollen ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien, natürlicher Klimaschutz in den Mooren sowie diverse Maßnahmen zur Anpassung an die Klimafolgen das Land dauerhaft gegen den Klimawandel wappnen.

«Durch die fortschreitende Erderhitzung werden Extremwetter-Ereignisse immer häufiger und intensiver», sagte Umweltminister Christian Meyer (Grüne). Immer öfter drohten Überschwemmungen und Starkniederschläge, das Hab und Gut der betroffenen Menschen zu zerstören. «Es gibt aber in Niedersachsen derzeit keine Überlegungen, ganze Küstengebiete aufzugeben, die Deiche abzureißen und die betroffenen Menschen dort zu evakuieren», unterstrich der Minister.

Stattdessen werde der Küstenschutz massiv verstärkt. «Alle Deiche sollen in den kommenden Jahren um rund zwei Meter erhöht und zu sogenannten Klimadeichen ausgebaut werden.» Die jetzigen Küstendeiche zu verstärken und die Inseln als Bollwerk zu schützen, sei die kostengünstigste Option. Insgesamt seien mehr als 1,1 Millionen Menschen in Niedersachsen und Werte von mehr als 200 Milliarden Euro vom steigenden Meeresspiegel betroffen: «Wir werden sie weiter schützen, aber auch den Klimaschutz verstärken.»