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München/Hannover (epd). Der Kriminologe Christian Pfeiffer warnt nach den Gewalttaten gegen Frauen in Freiburg und Bochum vor einer Vorverurteilung von Flüchtlingen. Dem Radiosender Bayern 2 sagte Pfeiffer am Mittwoch, dass die Kriminalitätsrate in den vergangenen acht Jahren gesunken sei - trotz steigender Zuwanderung. Die Zahl der Vergewaltigungen beispielsweise habe in zehn Jahren um 20 Prozent abgenommen, die der Tötungsdelikte seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent.

Der ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen sagte, die Kriminalität im Land sei gesunken, obwohl der Anteil der Fremden steige. In Bochum steht ein irakischer Flüchtling im Verdacht, zwei Studentinnen vergewaltigt zu haben. In Freiburg soll ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan eine Studentin vergewaltigt und ermordet haben.

Pfeiffer räumte jedoch ein, dass es mit der Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen auch zu Veränderungen in Deutschland komme. Die Zuwanderer brächten nun mal Überzeugungen ihres bisherigen Lebens mit. Er rechne aber eher mit Dominanzansprüchen von Männern. «Das heißt aber nicht Vergewaltigung und schon gar nicht Sexualmord», betonte Pfeiffer. Es lasse sich derzeit keine generelle These aufstellen, dass die jungen zugewanderten Männer grundsätzlich eine Gefahr für Frauen darstellen.