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Celle (epd). Mit einem Spendenprojekt will die Diakonie in der Südheide um Celle ihren Pflegekräften mehr Zeit für die Betreuung der Patienten ermöglichen. Dabei gehe es um den kleinen Moment des Gesprächs bei den Hausbesuchen der ambulanten Pflege, der über das Notwendige hinausreiche, sagte Diakoniepastorin Dorothee Arnold-Krüger. Die Aktion «ZuGabe» soll am 20. März mit einem Gottesdienst in der Celler Stadtkirche offiziell eröffnet werden.

«Wir fangen sehr realistisch an und wollen jeder Pflegekraft pro Woche 15 Minuten mehr Zeit zur Verfügung stellen, Zeit zum Erzählen und Zuhören, für eine Tasse Kaffee oder ein Gespräch über Gott und die Welt», erläuterte die Pastorin. Diese Viertelstunde koste 5 Euro. Mit einer regelmäßigen Spende von 20 Euro käme auf diese Weise eine Stunde Zeit pro Monat zusammen, rechnete Arnold-Krüger zusammen. Die Praxis des Pflegealltags zeige, dass die von den Krankenkassen für die Pflege vorgesehene Zeit sehr knapp bemessen sei.

«Unsere Kirche fordert deshalb in Verhandlungen mit der Politik und den Krankenkassen mehr Zeit für eine wirklich angemessene Pflege», sagte die Pastorin. «Aber diese Forderung entbindet uns natürlich nicht, selbst tätig zu werden.» Das Projekt wird den Angaben zufolge als beispielgebend in der Anfangsphase auch von der niedersächsischen Diakonie gefördert. Auch Kirchengemeinden werden um Unterstützung gebeten.

Mit großformatigen Porträtfotos an Kirchtürmen und -fassaden in Celle und dem benachbarten Winsen will die Diakonie für das Projekt werben. Die Bilder zeigen Menschen, die von der Diakonie in der Region betreut werden. Zudem sollen mögliche Spender angeschrieben werden. «Das Projekt 'ZuGabe' schafft die Möglichkeit, konkret Gutes zu tun», sagte der leitende Celler evangelische Superintendent Hans-Georg Sundermann.