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Weihnachtsferien, Wintersturm Elli und Grippewelle - diese drei Faktoren sorgen dafür, dass die Blutkonserven bundesweit knapp geworden sind. Kliniken und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) appellieren eindringlich an die Menschen, Blut zu spenden.

 

Hannover/Bremen (epd). Jeden Tag werden laut dem Blutspendedienst der Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen in Deutschland 15.000 Blutspenden benötigt, das sind annähernd elf Spenden pro Minute. Allein in Niedersachsen sind etwa 2.500 Blutspenden nötig, um die Versorgung zu sichern. Dieser Bedarf lässt sich nur durch eine rege Spendenbereitschaft decken. Bundesweit spenden aber nur rund drei Prozent der Bevölkerung Blut. Das liegt auch daran, dass langjährige Blutspender aufgrund ihres Alters, aufhören zu spenden und nicht ausreichend junge Menschen nachrücken. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die lebensrettende Spende.

Wer kann Blut spenden?

Jeder Mensch, der mindestens 18 Jahre alt und gesund ist und mindestens 50 Kilogramm wiegt. Die Höchstaltersgrenze gibt es seit November 2023 nicht mehr. Sie lag vorher bei 60 Jahren für Erstspender und bei 68 Jahren für Wiederholungsspender.

Wie lange dauert eine Blutspende?

Eine Vollblutspende dauert rund fünf bis zehn Minuten. Inklusive ärztlicher Voruntersuchung, Ausfüllen des Fragebogens und etwas Ruhezeit im Anschluss müssen Spender rund eine Stunde für die Blutspende kalkulieren.

Wie oft kann ich spenden?

 Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens 56 Tage vergehen. Männer dürfen sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut abgeben, Frauen viermal. So soll verhindert werden, dass Spenderinnen und Spender Eisenmangel bekommen. Alle Organisationen, die Blut abnehmen, unterliegen Auflagen, die vom Paul-Ehrlich-Institut und der Bundesärztekammer vorgegeben sind. Dazu gehören unter anderem die Prüfung der Spendertauglichkeit durch einen Arzt oder eine Ärztin. So werden vor Ort etwa Blutdruck, Puls und Temperatur gemessen.

Wo kann ich spenden?

Den größten Blutspendedienst unterhält das Deutsche Rote Kreuz mit einem bundesweiten Netz regionaler Blutspendeorte sowie mobilen Blutspendebussen. Etwa 70 Prozent des Blutes werden durch das DRK gesammelt. Blutspenden kann man aber auch in vielen Kliniken und bei privaten Organisationen.

Wie viel Blut wird abgenommen?

Zwischen 450 und 500 Milliliter. Das ist auch der Grund, warum Blutspender mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht haben müssen. Das entnommene Volumen muss kleiner als 13 Prozent des gesamten Blutvolumens sein- das ist bei einem Gewicht von weniger als 50 Kilogramm nicht mehr gewährleistet.

Wofür werden die Blutkonserven benötigt?

Ein Großteil wird für die Behandlung von Krebspatienten benötigt. Aber auch Patienten mit Herz-, Magen- und Darmkrankheiten sind auf Bluttransfusionen angewiesen oder Frauen, bei denen es zu Komplikationen während der Geburt kommt. Besonders schnell werden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zufolge Blutkonserven nach Unfällen benötigt. Häufig hänge das Leben der Betroffenen davon ab. Auch Kinder bräuchten häufig Blut. «Jeder kann einmal auf eine Bluttransfusion angewiesen sein», schreibt die MHH auf ihrer Homepage. Eine Blutspende hilft bis zu drei Patienten.

Ist Blutspenden gesund?

 Ja, Studien zeigen, dass sich Blutspenden positiv auf den Blutdruck auswirkt. Regelmäßige Blutspenden begünstigen dem DRK zufolge diesen Effekt, der bis zu sechs Wochen anhält. Außer der regelmäßigen Kontrolle wichtiger Vitalwerte wird das Blut zudem nach jeder Spende auf bestimmte Krankheitserreger, darunter HIV, Hepatitis und Syphilis, untersucht. Sollte es Auffälligkeiten in einer Blutspende geben, erhalten Spender eine Rückmeldung.

Was sollte ich nach einer Blutspende beachten?

Blutspender sollten im Anschluss an die Spende viel trinken, zur Stärkung etwas essen und es ruhig angehen lassen. Auf sportliche Aktivitäten sollte sie am Tag der Blutspende verzichten.

Wann darf ich nicht spenden?

Es gibt einige gesundheitliche Einschränkungen. So dürfen etwa Schwangere kein Blut spenden sowie Menschen, die an Malaria erkrankt waren. Auch Menschen, die zum Beispiel Rheuma, Multiple Sklerose oder Diabetes haben, werden als Spender oft ausgeschlossen. Während eines grippalen Infekts ist eine Blutspende ebenfalls nicht möglich. Wer erkältet ist, sollte je nach Schwere des Infekts eine bis mehrere Wochen bis zur nächsten Spende warten.

Die sexuelle Orientierung ist seit der Novelle des Transfusionsgesetzes 2023 kein Ausschlusskriterium mehr bei der Blutspende. Stattdessen werden Spenderinnen und Spender nun konkret nach ihrem individuellen Sexualverhalten in den vergangenen vier Monaten befragt. Damit sollen Menschen, die eine Blutspende erhalten, vor Ansteckung geschützt werden.

Bekomme ich Geld fürs Blutspenden?

In der Regel nicht. Blutspenden sei eine gegenseitige Hilfe, aus der niemand einen finanziellen Nutzen ziehen solle, schreibt das DRK auf seiner Homepage. Niemand solle aus Finanznot zur Spende gebracht werden, und jeder Patient, unabhängig von seiner materiellen Situation, Blut bekommen können. Einige Kliniken und Blutspendedienste zahlen den Spendern Aufwandsentschädigungen. In jedem Fall gibt es im Anschluss an jede Spende einen Imbiss und Getränke.