Zum Hauptinhalt springen

Für Menschen mit eingeschränkter Hör- oder Sprechfähigkeit kann es sehr schwierig werden, im Notfall Hilfe anzufordern. Deshalb seien mehr barrierefreie Notruf-Angebote nötig, fordern Sozialexperten.

Hannover (epd). Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert die Politik auf, Barrieren bei Notrufen abzubauen. Für Menschen mit Behinderung, die nur eingeschränkt sprechen oder hören können, bestehe noch erhebliches Verbesserungspotenzial, wenn es darum gehe, mit Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten in Kontakt zu treten, teilte der Verband am Dienstag anlässlich des «Tags des Notrufs» (11. Februar) mit. Zudem müssten bereits bestehende barrierefreie Lösungen über Werbekampagnen bekannter gemacht werden.

So gebe es für Menschen, die etwa aufgrund einer Sprach- oder Hörbehinderung nicht telefonieren könnten, die Notfall-App «Nora» der Bundesländer. Sie setze einen Notruf ab, auch wenn die Nutzer nicht sprechen könnten, sagte der Vorstandsvorsitzende des SoVD in Niedersachsen, Dirk Swinke. «Das Problem ist: Viele Menschen kennen das Angebot nicht.» Laut Telekom wählen täglich rund 72.000 Menschen eine Notruf-Nummer.

Neben der App seien auch weitere barrierefreie Angebote wie Text-, Video- oder Gebärdensprach-Notrufe und analoge Dienstleistungen wie der Hausnotruf wichtig und müssten ausgebaut werden, betonte Swinke. «Wir haben in den vergangenen Wochen zum Beispiel durch den Stromausfall in Berlin gesehen, dass Katastrophen unvorhergesehen eintreten können. In solchen Situationen ist es unerlässlich, dass jede und jeder einen Notruf absetzen kann und Hilfe erhält.»