Zum Hauptinhalt springen

Die Träger von Altenpflege-Einrichtungen wollen mit fortlaufenden Tests das Infektionsriskio mit dem Coronavirus senken. In mehreren Häusern sind bereits Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das Saarland plant schon Testreihen.

 

Hannover/Oldenburg (epd). Die Arbeiterwohlfahrt in Niedersachsen und die kirchlichen Wohlfahrtsverbände im Oldenburger Land haben die Landesregierung aufgefordert, fortlaufende Corona-Tests in Altenpflegeheimen einzuführen. Die Tests senkten das Infektionsrisiko für die Bewohner ebenso wie für die Mitarbeiter, sagte der AWO-Landesgeschäftsführer Marco Brunotte am Montag in Hannover. Die Landesregierung müsse jetzt schnell klären, ob das saarländische Modell auch in Niedersachsen anwendbar sei, und es gegebenenfalls bald in die Praxis umsetzen, forderte Brunotte. Die Diakonie in Oldenburg und die Caritas in Vechta schlossen sich der Forderung an.

 

Viele Verantwortliche und Mitarbeitende der Einrichtungen machten sich Sorgen, das Coronavirus von Zuhause einzuschleppen und an die alten Menschen weiterzugeben, sagte ein Sprecher der Caritas. Hinzu komme, dass der Vorrat an Schutzausrüstung für die Pflegekräfte oft nicht ausreiche, so dass auf selbstgenähte Schutzmasken zurückgegriffen werden müsse. Das erhöhe die Gefahr einer Ansteckung.

 

Das Saarland will den Verbänden zufolge alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie das gesamte Personal von Pflege- und Senioreneinrichtungen auf das Coronavirus testen lassen. Dabei sollen Heimbewohner im Abstand von einer Woche insgesamt zweimal und Pflegekräfte fortlaufend zweimal in der Woche untersucht werden.

 

Die Forderung nach regelmäßigen Tests folge einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, hieß es. Danach könnten Covid-19-Infektionen bei alten Menschen und anderen Risikogruppen auch ohne Symptome verlaufen. Um Infizierte, die sich noch in der Inkubationsphase befinden, frühzeitig zu erkennen, solle daher ein umfassendes Screening in Erwägung gezogen werden.