Im Harz hat der Wiederaufbau geschädigter Waldflächen begonnen. Auf rund 30.000 Hektar sollen widerstandsfähige Mischwälder entstehen.
Bad Lauterberg/Kr. Göttingen (epd). Die niedersächsische Landesregierung hat den Startschuss für die Neubewaldung geschädigter Regionen im Harz gegeben. Zum symbolischen Auftakt eines auf zehn Jahre angelegten Programms zur Aufforstung pflanzten Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sowie Agrarministerin Miriam Staudte und Umweltminister Christian Meyer (beide Grüne) im Forstamt Lauterberg junge Eichen, wie die Landesregierung am Mittwoch in Hannover mitteilte. Auf den durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer geschädigten Flächen sollen artenreiche Mischwälder entstehen.
Grundlage ist das von den Landesforsten entwickelte «Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz». Die Gesamtkosten dafür werden auf rund 130 Millionen Euro geschätzt. 117 Millionen Euro davon sollen aus zweckgebundenen Rücklagen der Niedersächsischen Landesforsten sowie aus Landesmitteln finanziert werden. «Die Wiederbewaldung des Harzes ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für Niedersachsen», erklärte Lies.
Mindestens zwei Drittel Laubbäume
Ziel sei es, rund 30.000 Hektar Schadfläche umzugestalten, hieß es. Nach Angaben der Landesforsten setzt das Konzept gleichermaßen auf die natürliche Aussaat wie auf gezielte Pflanzungen trockenheitsresistenter Baumarten. Mittel- bis langfristig sollen mindestens zwei Drittel der Bestände aus Laubbäumen wie Buchen oder Bergahornen bestehen. Ergänzt werden sie durch Nadelbäume wie Lärchen, Tannen und Douglasien, während die vormals dominierenden, aber anfälligen Fichten nur noch geringe Anteile einnehmen sollen.
Umweltminister Meyer hob hervor, der Waldumbau weg von Fichten-Monokulturen müsse mit Hochdruck vorangetrieben werden. «Mit dem neuen Programm investieren wir gezielt in stabile, naturnahe Ökosysteme, die nicht nur der Klimakrise trotzen, sondern gleichzeitig die Biodiversität stärken und unsere wichtige Trinkwasserversorgung sichern.» Forstministerin Staudte betonte, die Aufforstung mit resilienten Arten wappne den Harzwald für zunehmende Trockenheit und andere Folgen des Klimawandels.