Die braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel warnt vor einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. Sie ruft zu verbaler Abrüstung und mehr Schutz für bedrohte Menschen auf.
Braunschweig (epd). Die braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel hat vor wachsender Feindseligkeit gewarnt und mehr Schutz für bedrohte Menschen gefordert. «Mich erschreckt, dass solch kalte Geister ihr Wesen treiben», sagte die leitende Geistliche am Dienstag in einer Rundfunkandacht im Deutschlandfunk. Hass drohe den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerstören. Nötig seien daher Schutzräume für all jene, die nicht in das Schema eines aggressiven und populistischen Denkens passten.
Zugleich warnte Bammel vor einer Eskalation im gesellschaftlichen Diskurs. Wenn der Verrohung der Sprache kein Einhalt geboten werde, könne verbale Gewalt schnell zu handgreiflicher Gewalt werden. «Das verlangt Stoppzeichen», unterstrich Bammel.
Verzicht auf Gegenprovokation
Als Gegenmittel forderte die Bischöfin einen Wechsel im Umgangston. In zugespitzten Situationen komme es darauf an, auf Provokationen keinesfalls mit Gegenprovokationen zu reagieren. Als Vorbild für Zufluchtsorte nannte Bammel die mittelalterliche Jacobs-Kemenate in Braunschweig, die nach Kriegszerstörungen als Kulturzentrum wiederaufgebaut wurde. Ein «willkommen heißender Geist» zeichne diesen Raum aus und stifte Geborgenheit. Solche Orte seien heute nötig, um der gesellschaftlichen Kälte zu trotzen.