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Die Bildungsaktivisten Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann diskutieren in Hannover über den Nahost-Konflikt und gesellschaftliche Spannungen in Deutschland. Zu dem Gesprächsabend mit Landesbischof Ralf Meister lädt die Hanns-Lilje-Stiftung ein.

Hannover (epd). Anlässlich des Reformationstages am 31. Oktober bringt die hannoversche Landeskirche eine Deutsch-Palästinenserin und einen deutschen Juden mit israelischen Wurzeln miteinander ins Gespräch. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wie sprechen wir über Israel und Palästina?“ wird von Landesbischof Ralf Meister moderiert, teilte die evangelische Landeskirche am Montag in Hannover mit. Sie beginnt am 29. Oktober um 18 Uhr im Sprengel Museum in Hannover. Das Gespräch ist Teil der Reihe „Was gesagt werden muss. Judentum und Reformation“.

Zu Gast sind die palästinensische Bildungsaktivistin Jouanna Hassoun und der jüdische Publizist Shai Hoffmann. Sie werden über den Umgang mit dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern diskutieren. Hassoun und Hoffmann sind die Gründer des Projekts „Trialog“. Seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 besuchen sie gemeinsam Schulklassen in Deutschland und sprechen mit Jugendlichen über gesellschaftliche Polarisierung und Vorurteile, denen sie oft auch selbst ausgesetzt sind.

Als Botschafter für Toleranz ausgezeichnet

Hassoun engagiert sich den Angaben zufolge im Verein „Transaidency“ und setzt sich dort für politische Bildung, humanitäre Hilfe und interreligiösen Dialog ein. Sie wuchs in einem Flüchtlingslager im Libanon auf und floh später nach Deutschland. Hoffmann ist Geschäftsführer der Bildungsinitiative „Gesellschaft im Wandel gGmbH“. Für ihr gemeinsames Schulprojekt wurden beide von der Bundeszentrale für politische Bildung als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet. Musikalisch gestaltet wird der Abend vom „Asambura Ensemble“. Der Eintritt ist frei, es ist aber eine Anmeldung nötig.

Die Landeskirche gestaltet seit 2018 gemeinsam mit der Hanns-Lilje-Stiftung jedes Jahr vor dem Reformationstag einen Gesprächsabend zum Verhältnis von Protestantismus und Judentum. Die Reihe begann 2018, als der 31. Oktober zum gesetzlichen Feiertag in vier norddeutschen Bundesländern wurde. Hintergrund war die Kritik, dass sich der Reformator Martin Luther (1483-1546) antijüdisch und antisemitisch geäußert habe.