Zum wiederholten Mal wollen erzkonservative katholische Aktivisten dem in Göttingen einen «Öffentlichen Rosenkranz gegen Abtreibung» veranstalten. Linke Gruppen bereiten Proteste vor.
Göttingen (epd). Eine für diesen Mittwochnachmittag (21. Oktober) in der Göttinger Innenstadt angekündigte Versammlung unter dem Titel «Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung» sorgt für Proteste. Unter dem Motto «Feminismus statt Fundis ruft ein Bündnis um die Initiative »Studis gegen Rechts« zu einer Demonstration auf, die zeitgleich ebenfalls in der City stattfinden soll.
Während die Stadt lediglich die Anmeldung der »Rosenkranz«-Aktion durch eine Privatperson bestätigt, sieht das Protestbündnis die »Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum« (TFP) als Organisator der Aktion. Diese »selbsternannten soldatischen Mönche belästigten vor Abtreibungskliniken Menschen und agitierten gegen sexuelle und reproduktive Rechte, heißt es in einem Aufruf zur Gegenkundgebung. Finanziert würden sie von einem einflussreichen Netzwerk mit Verbindungen zur AfD.
Katholische Kirche distanziert sich von der TFP
Die TFP gilt als eine sehr konservative, katholische Laienorganisation. Sie agiert als deutscher Ableger eines internationalen Netzwerks, das sich laut Eigendarstellung der Bewahrung christlicher Werte verschrieben hat, von Kritikern und Beobachtern jedoch dem antifeministischen, rechtspopulistischen bis extrem rechten Spektrum zugeordnet wird. Die katholische Kirche in Deutschland distanziert sich deutlich von der TFP und betrachtet sie als eine extrem traditionalistische Randgruppe, die im Widerspruch zu aktuellen kirchlichen Lehren steht.
Seit 2025 hat die TFP bereits mehrmals in Göttingen «Öffentliche Rosenkränze gegen Abtreibung» veranstaltet. Beim bislang letzten Aufmarsch im August kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern, Gegendemonstranten und der Polizei. Dabei wurden unter anderem zwölf Beamte durch Tränengas verletzt, das ihre eigenen Kollegen eingesetzt hatten.