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Besonderes Engagement und Innovationen im Umweltschutz würdigt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit dem Deutschen Umweltpreis. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an eine Juristin und einen Ingenieur.

Osnabrück/Aachen (epd). Die in Osnabrück ansässige Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat am Sonntag den Deutschen Umweltpreis an die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen und den Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul verliehen. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde würdigte die Preisträger bei einem Festakt in Aachen als «Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann». Sie verkörperten «Haltung, Beharrlichkeit und Innovationskraft mit klarem Kompass beim Umwelt- und Klimaschutz».

Vossenkaul habe mit seinen Entwicklungen «neue Maßstäbe in der Abwasserreinigung gesetzt» und zugleich bewiesen, «wie aus Erfindergeist ein wirtschaftlicher Erfolg werden kann». Verheyen habe sich seit mehr als zwei Jahrzehnten «unermüdlich stark gemacht» für rechtliche Vorgaben für mehr Umwelt- und Klimagerechtigkeit.

Steinmeier: Preisträger motivieren andere zum Einsatz für die Umwelt

 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung. Angesichts der Sorgen um Stabilität und Sicherheit seien derzeit bei vielen Menschen die Gedanken an Umwelt- und Klimaschutz vermutlich eher in den Hintergrund getreten, sagte der Bundespräsident. «Zugleich aber, auch wenn das paradox klingt, spüren wir alle den Ernst der Lage ganz wortwörtlich, auch wir Europäer. Die Fieberkurve unseres Planeten zeigt deutlich nach oben.» Steinmeier verwies auf den Hitzesommer mit Temperaturrekorden, Waldbränden und ausgetrockneten Flüssen.

Doch es gebe Chancen zu handeln, betonte der Bundespräsident und hob das beispielhafte Engagement der Preisträger hervor: «Sie zeigen, dass jede und jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Und damit motivieren Sie andere, ihrem Weg zu folgen, sich in den Dienst unserer Umwelt zu stellen, um sie zu schützen und zu erhalten für die nachfolgenden Generationen.»

Membranfilter für Kläranlagen entwickelt

Der Ingenieur Vossenkaul ist nach Angaben der Stiftung Gründer und Geschäftsführer der Firma Membion mit Sitz im nordrhein-westfälischen Roetgen bei Aachen. Das 2012 als «Garagenfirma» entstandene Unternehmen habe heute 40 Beschäftigte. Es entwickele Hohlfasermembranen, die in Kläranlagen problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus dem Klärschlamm herausfiltern.

Vossenkaul habe diese Technik zudem so verbessert, dass sie auch preislich konkurrenzfähig sei, hieß es. Eine Pilot-Kläranlage in der Eifel mit der Membion-Technologie verzeichne im Vergleich zu herkömmlichen Plattenmodul-Membranfiltern mehr als 90 Prozent weniger Energieverbrauch, 75 Prozent weniger Platzbedarf und ein sechsstelliges Einsparpotenzial an Stromkosten pro Jahr. «Solche grünen Technologien sind ein Win-Win für Ökologie und Ökonomie», sagte Bonde.

Mutige Streiterin für Klima- und Umweltschutz

Die Anwältin Verheyen, die auch Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts ist, tritt den Angaben zufolge als Sachverständige auf, berät Politik und Zivilgesellschaft und verfasst Klagen. Sie setze sich für Klimagerechtigkeit ein und verschaffe Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind, hieß es. Mit ihrem Namen seien zudem wegweisende juristische Entscheidungen verbunden, etwa beim Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts, wonach unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletzt.

Die Preisträgerin sei eine mutige Streiterin für den Klima- und Umweltschutz und zeige, «was unseren Rechtsstaat starkmacht: dass Bürgerinnen und Bürger staatliches Handeln nicht nur kritisieren, sondern von Gerichten korrigieren lassen können», sagte der DBU-Kuratoriumsvorsitzende Kai Niebert. Das sei eine «Stärke unserer Demokratie».

Der seit 1993 jährlich verliehene Umweltpreis würdigt Persönlichkeiten, die mit innovativen Produkten, exzellenten Forschungsergebnissen oder ihrer Lebensleistung entscheidend zu mehr Umwelt-, Natur-, Arten- und Ressourcenschutz beitragen. Er wurde in diesem Jahr zum 34. Mal vergeben.