Positive Impulse beim Fachtag "Kirchenraum – Räume neu denken und geistvoll gestalten“
„Kirchen sind wertvoll!“ Dies zu betonen, ist das Fazit der Kooperationsveranstaltung von Oldenburgischer Landschaft und der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Im Rahmen des Fachtags “Kirchenraum – Räume neu denken und geistvoll gestalten” versammelte sich am 2. Oktober ein bunt gemischtes Publikum von Interessierten in Oldenburg-Bloherfelde, um an Fachvorträgen und Workshops teilzunehmen.
Die haupt- und ehrenamtlichen Referentinnen und Referenten kamen aus der bremischen und hannoverschen Kirche, der Nordkirche sowie von der Kulturinitiative Baukultur Nordrhein-Westfalen e. V. Über alle Beiträge hinweg wurde deutlich, dass der Umgang mit Kirchengebäuden in Zeiten abnehmender Kirchenmitgliedszahlen eine Herausforderung darstellt und Mut und Kreativität erfordert.
In ihrem Grußwort beschrieb Oberkirchenrätin Gudrun Mawick von der oldenburgischen Kirche die vielfältige Bedeutung von Kirchengebäuden als “Heimathäuser des Glaubens” und “zugleich kulturelles Gedächtnis eines Ortes, die seine Identität prägen." Kirchen auf Warften hätten im Fall von einbrechenden Fluten Menschen und Vieh Schutz geboten, an den dicken Mauern von “Wehrkirchen” seien herannahende Feinde gescheitert und auch heute noch seien Kirchen Orte für Asyl und böten Schutzbedürftigen Raum, so Mawick. Umso wichtiger sei es, “dass sich kirchliche und andere Kräfte unserer Gesellschaft zusammentun, um sorgsam und mit Lust über die Zukunft unserer Kirchengebäude und ihr Innenleben nachzudenken.”
Was tun mit Kirchenbauten, die nicht mehr ausschließlich für den regulären Gottesdienst unterhalten werden können? Sie seien damit nicht einfach “Problemimmobilien”, sondern - egal mit welcher Nutzung - stets wichtige gesellschaftliche Identifikationspunkte, nicht nur für Christinnen und Christen, so die Referentinnen und Referenten. Sie gehörten untrennbar zum Stadtbild, seien Orte der Begegnung und Spiritualität und böten damit ein enormes Potenzial.
Bei der Lösungsfindung wolle der Denkmalschutz nicht feindlich, sondern beratend agieren, dies machte Christoph Schmidt-Rhaesa, zuständig für Kirchenbau, Kunst- und Denkmalpflege im Fachbereich Bau und Liegenschaften der oldenburgischen Kirche, in seinem Workshop deutlich.
Die Workshops stellten unter anderem konkrete Beispiele gelungener erster Schritte vor, wie Gebäude-Transformation und Initiativen zur Nutzung zum Beispiel als Kulturraum aussehen können. Am Ende fiel die Resonanz zum Fachtag positiv aus. Inspiriert und ermutigt verließen die Gäste den Tagungsort.
Ein Beitrag von Sabrina Kolata (Oldenburgische Landschaft) und Luise Pahl (Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg)




