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Nachhaltig einkaufen

Wir kaufen anders

Seit Oktober 2026 ist die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg Teil der ökumenischen Gemeinschaft "wir-kaufen-anders". Damit können alle Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen eine Plattform nutzen, die nachhaltige Beschaffung erleichtert: mit Informationen, über 20.000 nachhaltigen Produkten und weniger Rechercheaufwand.

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Was bietet „wir-kaufen-anders“?

Die Einkaufsplattform unterstützt Sie dabei, nachhaltiges Beschaffen noch wirkungsvoller in der Praxis zu gestalten und weiterhin im Sinne der Bewahrung der Schöpfung zu handeln. Dabei stehen Ihnen drei konkrete Bausteine zur Verfügung:

  1. Zugriff auf hilfreiche Informationen und Orientierungshilfen
    Auf www.wir-kaufen-anders.de finden Sie Informationen zu nachhaltigen Produkten, Orientierungshilfen zu Siegeln und Labels sowie praktische Tipps für die Umsetzung eigener Nachhaltigkeitsprojekte. Online-Veranstaltungen zu Themen wie fairem Handel, nachhaltigen Reinigungsmitteln oder Recyclingpapier helfen Ihnen, Ihr Wissen aktuell zu halten.
  2. Zugang zu online-Marktplatz für nachhaltige Produkte
    Ein weiterer großer Nutzen für Beschaffende ist das Einkaufsportal, das wir-kaufen-anders zusammen mit der HKD (Handelsgesellschaft für Kirche und Diakonie, ein Tochterunternehmen der Naturstrom AG) betreibt. Nach Registrierung erhalten sie Zugang zu einem Marktplatz mit über 20.000 nachhaltigen Produkten. Der Vorteil für Anwender*innen ist, sie kommen automatisch nach Login den nachhaltigen Warenkorb angezeigt, ohne lange Recherche.
  3. Unterstützung und Beratung bei Fragen
    Mit dem Beitritt zu wir-kaufen-anders schaffen wir in unserer Kirche eine weitere Grundlage, die komplexen Überlegungen rund um die nachhaltige Beschaffung leicht zu machen und die Beschaffenden so gut wie möglich zu unterstützen. Das Team von wir-kaufen-anders steht jederzeit für Fragen und Beratungen zur Verfügung.

 

 

Aus der Praxis

Beispiele

Viele Einrichtungen und Gremien in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg nehmen ihre Möglichkeiten wahr und gestalten ihren Einkauf und die Verwendung von Produkten ökologisch und fair. Beispielhaft sind im Folgenden einige genannt.

Seit vielen Jahren arbeitet diese Kita ressourcensparend und ist zertifiziert durch das Zukunft-einkaufen Projekt. Eine selbst erarbeitete Produktliste mit geeigneten Siegeln und Bezugsquellen bietet allen Mitarbeitenden einen einfachen Weg für notwendige Einkäufe. Die erste Frage, die Antje Baumhof als Leiterin der Kita allerdings stellt, lautet: „Lässt sich das benötigte Material second-hand beschaffen?“ Dank ihres gewachsenen Netzwerks ist da vieles möglich. 

Inzwischen steht nicht nur die Beschaffungsliste dem gesamten ekito-Verbund (Ev. Kitas in Oldenburg) zur Verfügung. Die Leitungskräfte der Kitas im ekito-Verbund haben auch eine gemeinsame Leitlinie zur nachhaltigen Beschaffung beschlossen.

Öko Fair beim Einkauf und der Nutzung von Verbrauchs- und Lebensmitteln - in der Kita Jona in Elisabethfehn

Die Kita Jona setzt sich mit viel Engagement für Nachhaltigkeit im Alltag ein: Das Frühstücksbuffet besteht zu rund 95 % aus Bio-Produkten von regionalen Anbietern und wird saisonal durch Obst und Gemüse aus dem eigenen, gemeinsam mit den Kindern bewirtschafteten Garten ergänzt. Auch beim Mittagessen stehen gesunde, frisch zubereitete Speisen in möglichst hoher Bioqualität auf dem Speiseplan. Bei Neuanschaffungen achtet die Kita auf ökofaire Produkte und prüft, ob Reparieren oder Weiternutzen die bessere Alternative ist. Darüber hinaus wurde die gesamte Beleuchtung auf energiesparende Leuchtmittel umgestellt – so zeigt die Kita Jona, wie sich Nachhaltigkeit Schritt für Schritt ganz praktisch leben lässt.

Zum Öko Fairen Konzept

Schon vor einigen Jahren hat die Synode der oldenburgischen Kirche das digitale System „open slides“ eingeführt. Mit diesem System sind alle Unterlagen digital abrufbar und müssen nicht mehr ausgedruckt werden. Dadurch werden seitdem enorme Papiermengen eingespart.

Die Synode hat außerdem beschlossen, sich an jeweils einem der beiden Sitzungstage fleischfrei verköstigen zu lassen. Die Produkte sollen saisonal und regionaler Herkunft sein.

Im Rahmen des Zukunft-einkaufen-Projekts, das bis 2019 stattfand, sind Umstellungen im Oberkirchenrat der oldenburgischen Kirche erfolgt. Seitdem

  • wird Recyclingpapier (Blauer Engel) als Druckerpapier verwendet,
  • werden umweltfreundliche Reinigungsmittel und Sanitärpapiere aus Recyclingmaterial (Blauer Engel) eingesetzt,
  • wird fair gehandelter Kaffee (Oldenburg-Kaffee), Wasser und regionaler Apfelsaft als Sitzungsgetränke ausgeschenkt,
  • wird Obst vom örtlichen Biohandel bezogen,
  • gibt es in den Küchen der Verwaltungsstellen Mülltrennungssysteme.

Gesetz, Verordnung und Leitlinie

Vorgaben

Klimaschutzgesetz und Klimaschutz-Verordnung

Geltendes Recht: 6.222 Kirchengesetz zur Verbesserung des Klimaschutzes in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg (Klimaschutzgesetz)

§ 7 Beschaffung und Ernährung

  • (1) In kirchlichen Einrichtungen und Kantinen sollen ökologische, nachhaltig hergestellte, faire, regionale, saisonale und das Tierwohl angemessen berücksichtigende Lebensmittel sowie fleischreduzierte Nahrungsmittel angeboten werden.
  • (2) Im Rahmen der Beschaffung sollen Produkte aus fairem Handel stammen oder im Rahmen des jeweils geltenden Rechts ökologisch zertifiziert sein.

Mit dem Klimaschutzgesetz und der dazugehörigen Klimaschutz-Verordnung wird der Weg für verantwortungsvollen Konsum konkreter vorgegeben. Dabei steht die Verpflichtung im Vordergrund, Produkte und Dienstleistungen nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten, sondern auch im Hinblick auf Umweltverträglichkeit und soziale Gerechtigkeit auszuwählen.  

Das Ziel ist eine Minimierung der Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts – von der Herstellung über den Transport und die Nutzung bis hin zur Weiterverwendung oder Entsorgung. Ebenso ist die Einhaltung von Sozialstandards ein zentraler Bestandteil dieser Richtlinien.  

Wie können wir jedoch feststellen, ob ein Produkt diesen Ansprüchen genügt? Verschiedene Label und Siegel bieten Orientierungshilfen. Bekannte Siegel wie der „Blaue Engel“ oder das „Fairtrade“-Siegel informieren über Umweltverträglichkeit oder faire Handelsbedingungen. Es gibt jedoch eine Vielzahl weiterer Label. 

Auf www.wir-kaufen-anders.de finden Sie Informationen und Orientierungshilfen zu Siegeln und Labels sowie praktische Tipps für die Umsetzung eigener Nachhaltigkeitsprojekte.

 

Beschaffungsleitlinien

Die Basis für eine nachhaltige Beschaffung legte der Oberkirchenrat der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg mit dem Beschluss öko-fairer Beschaffungsleitlinien bereits im Jahr 2017. Darin werden drei wesentliche Grundsätze benannt:

  1. Bewahrung der Schöpfung als Kernaufgabe
    Wir glauben, dass wir diese Erde und unser Leben dem Wirken Gottes zu verdanken haben. Den Schöpfungsauftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, nehmen wir als Ganzes an. Deshalb betrachten wir Nachhaltigkeit und den Schutz von Umwelt und Natur als wichtige Aufgaben, die alle Bereiche kirchlichen Handelns berühren – auch unser Einkaufsverhalten.
  2. Globale Gerechtigkeit fördern
    Wir wollen durch unsere Kaufentscheidungen niemanden schädigen und nicht von ungerechten Handelsstrukturen profitieren. Wer für unseren Konsum produziert, soll einen fairen Lohn erhalten, unter würdigen Bedingungen arbeiten und sich organisieren können.
  3. Lebensrecht künftiger Generationen
    Es ist unsere Überzeugung, dass unser Handeln die Interessen der gegenwärtigen und zukünftigen Lebenswelten wahren muss. Wir suchen daher Entscheidungen, deren Auswirkungen auch künftigen Generationen Raum zum Leben lassen.“