Der Sozialverband Deutschland verlangt in Niedersachsen eine bessere Teilhabe für Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen. Land und Kommunen sollen Barrierefreiheit weiter denken.
Hannover (epd). Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert mehr Unterstützung für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen. «Betroffene müssen nicht nur mit den Folgen ihrer Erkrankung umgehen, sondern auch damit, dass andere diese nicht erkennen oder nicht ernst nehmen», sagte der Vorstand des SoVD-Landesbands Niedersachsen, Dirk Kortylak, am Montag in Hannover. Anlass ist der Tag der nicht sichtbaren Behinderungen am 20. Oktober.
In Niedersachsen leben den Angaben zufolge rund 360.000 Menschen mit einer schweren Behinderung, die nicht auf den ersten Blick auffällt. Dazu zählten etwa Diabetes, Autismus, psychische Erkrankungen, chronische Schmerzen oder eine Suchtproblematik. Belastende Situationen entstünden bei der Arbeit, in der Freizeit und in der medizinischen Versorgung.
Vorurteile im Alltag
In der Gesellschaft fehle es oft an Verständnis. Betroffene hätten mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, sagte Kortylak. Jeder Einzelne könne dazu beitragen, dass diese Menschen stärker wahrgenommen würden. Darüber hinaus müsse sich aber auch strukturell etwas ändern. «Deshalb sind auch die Landespolitik und die Kommunen gefragt», sagte der SoVD-Vorstand.
Bei der Gestaltung von Behörden öffentlichen Einrichtungen oder dem öffentlichen Nahverkehr müsse Barrierefreiheit umfassender gedacht werden. Zu berücksichtigen seien auch Bedürfnisse, die durch chronische Erkrankungen, Reizempfindlichkeit, Erschöpfung oder kognitive Beeinträchtigungen entstehen. So könnten etwa reizärmere Wartebereiche und Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden.