Vokalensemble vox avis
Elisabeth Reda und Tammo Falkenberg-Wilken, künstlerische Leitung und Cembalo
Ein Bergwerk, eine Nachtigall und ein paar Funken – und plötzlich wird hörbar, wie eng Musik und
die Kräfte der Natur miteinander verbunden sind. Unter dem Titel „Element Music. Vokalmusik
zwischen Glut und Gezeiten“ spürt das Vokalensemble vox avis unter der künstlerischen Leitung von
Elisabeth Reda und Tammo Falkenberg-Wilken den elementaren Verbindungen zwischen Klang, Natur
und menschlicher Erfahrung in Form der vier Elemente Luft, Erde, Feuer und Wasser nach.
Den Auftakt bildet die Sphäre der LUFT – Sinnbild für Atem, Lob und Bewegung. Musik von
William Byrd und Clement Janequin feiert das Göttliche im Klang des menschlichen Atems und greift
zugleich die Leichtigkeit und Lebendigkeit der Vogelwelt auf.
Die ERDE führt tiefer hinein in die existenzielle Beziehung zwischen Mensch und Schöpfung. Werke
von Dufay, Franck und Schein drücken das zutiefst menschliche Bitten, Hadern und Vertrauen aus,
stellen gleichzeitig ganz irdische Verbindungen zum menschlichen Tun her und gelangen schließlich
zur Erkenntnis, dass alles Leben aus der Erde hervorgeht und zu ihr zurückkehrt – ein Gedanke, der
Trost und Ernst zugleich in sich trägt.
Mit dem FEUER wendet sich das Programm der leidenschaftlichen Dimension menschlichen Erlebens
zu. In Madrigalen von Monteverdi, Gesualdo oder Schütz wird Liebe als brennende, oft
widersprüchliche Erfahrung gestaltet, hörbar in gewagten Harmonien und expressiver Textausdeutung.
Die Musik lodert, glüht und verzehrt sich und spiegelt innere Zustände, die sich zwischen Ekstase und
Schmerz bewegen.
Im WASSER schließlich verdichtet sich die Musik zu Bildern von existenzieller Sehnsucht und Klage.
Fließende Linien, dichte Polyphonie und eindringliche Dissonanzen lassen in Werken von Palestrina
oder de Monte das Bild von Tränenströmen und innerer Bewegung entstehen. Musik, die vom Suchen
und Finden erzählt, vom Verlust und von Hoffnung – Themen, die bis in unsere Gegenwart
hineinreichen.
vox avis verbindet so Werke der Renaissance und des Frühbarock zu einem abwechslungsreichen
Programm, das die Elemente als Naturphänomene, aber auch als bedeutsamen Ausdruck menschlicher
Empfindung und spiritueller Erfahrung zwischen Vergangenheit und Gegenwart begreift.