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1. Tagung der 47. Synode

Synode tagt in Rastede: „Von besonderem Interesse“

„Das große Interesse der allgemeinen und besonders der kirchlichen Öffentlichkeit an dieser Tagung zeigt, dass diese erste Tagung eine besondere ist.“ Mit diesen Worten eröffnete Synodalpräsidentin Sabine Blütchen im Blick auf die Bischofswahl die 1. Tagung der 47. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg vom 22. bis 23. Mai in Rastede. Auch Bischof Peter Krug hatte beim Abendmahlsgottesdienst in der St.-Ulrichs-Kirche in von „zwei inhaltsreichen und bedeutsamen Arbeitstagen“ gesprochen, die die oldenburgischen Synode erwarteten. Zur Vorstellung der beiden Kandidaten an diesem Donnerstag hatten sich rund 100 BesucherInnen in der Evangelischen Heimvolkshochschule eingefunden.

In seiner Predigt wandte sich Krug erneut gegen „die Durchkommerzialisierung des öffentlichen Lebens“, indem „bei geschickter Terminierung in angrenzenden Stadtteilen fast das ganze Jahr über am Sonntag eingekauft werden kann. „Unsere Kirche möchte biblisch und geistlich fundiert sein, missionarisch ausstrahlen und diakonisch beispielhaft wirken,“ rief er aus. Gleichzeitig müsse sie „ gesellschaftspolitisch wachsam bleiben und sich zusammen mit anderen für mehr Gerechtigkeit und Frieden, für weniger Gewalt und Terror einsetzen.“ Dabei gelte es, angesichts des Gegenwindes aus einer sich verändernden Gesellschaft Flagge zu zeigen, „wes Geistes Kind wir sind“. Bei zunehmenden Anteilen konfessionsloser Menschen oder muslimischer Nachbarn gelte es, „immer wieder neu und gemeinsam zu bekennen, „worauf wir unsere Hoffnung im Leben und im Sterben setzen.“

 

 

Fundament einer zukunftsfähigen Kirche darf nicht in Schieflage geraten

Das Einsparvolumen in Höhe von 12,5 Millionen Euro lasse sich nicht termingerecht in allen Aufgabenfeldern erreichen. Dies sagte der Vorsitzende des Gemeinsamen Kirchenausschusses (GKA), Bischof Peter Krug am Donnerstag vor der 47. Synode, die am Morgen in Rastede zu ihrer ersten Tagung zusammengekommen war. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gab seinen ersten Bericht als Vorsitzender des neuen Organs der Kirchenleitung ab.

Umso wichtiger sei das „Festhalten an den Grundpfeilern struktureller Konsolidierung“. Der von der 45. und 46. Synode errichtete Rohbau einer zukunftsfähigen Kirche darf in Fundament und Säulenstruktur nicht in Schieflage geraten“, forderte Krug. Vor diesem Hintergrund begrüßte er die Zusammenarbeit in dem Leitungsgremium, in dem grundsätzliche Aufgaben der Kirche und notwendig werdende Veränderungen von Anfang an gemeinsam von den Mitgliedern des Oberkirchenrats und der Synode beraten werden.

Zu den Beschlüssen des Berichtszeitraums gehört die Aufhebung der Vakanzregelung bei der Besetzung von Pfarrstellen. Diese Regelung, die seit rund zehn Jahren in Kraft war, sei, so der Bericht, infolge der Nachwuchskonzeption faktisch nicht mehr umsetzbar. Künftig wird das Verfahren direkt nach Freiwerden bestehender Pfarrstellen eingeleitet. Bisher waren die Stellen erst nach einer halbjährigen Vakanzzeit besetzt worden.

 

 

Synode will Einsparziele überwachen

Die 47. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat eine Controlling-Gruppe zur Überwachung der Einsparziele eingesetzt. Sie stimmte bei ihrer 1. Tagung am Donnerstag mit großer Mehrheit dem Antrag der Synodalen Petra Lausch zu. Der Gruppe sollen drei Synodale, die Vorsitzenden des Finanzausschusses und des Kirchensteuerbeirats sowie die Mitglieder des Oberkirchenrats angehören. Die Synode hatte in ihrer vergangenen Legislaturperiode ein Konzept für Sparvorschläge erarbeitet, das ein Einsparvolumen in Höhe von 12,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2010 vorsieht. Bereits im vergangenen Herbst war jedoch deutlich geworden, dass sich dieses Ziel nicht in allen Aufgabenfeldern termingerecht erreichen lässt.

 

 

Kirche überprüft Regelung für Theologenehepaare

Die Regelung, nach der Pfarrerehepaare in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gemeinsam nur eineinhalb Pfarrstellen innehaben dürfen, soll überprüft werden. Die 47. Synode überwies einen entsprechenden Antrag bei ihrer 1. Tagung am 22. und 23. Mai an den Rechts- und Verfassungsausschuss.
Antragstellerin Pfarrerin Angelika Menz wies in ihrer Begründung darauf hin, dass die Voraussetzungen, die in den 80er Jahren zu dieser Regelung geführt hatten, heute nicht mehr gegeben wären. Damals sei die gute Absicht verfolgt worden, dem theologischen Nachwuchs eine Chance auf Einstellung zu geben.

 

 

Jan Janssen wird neuer Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg

Kirchentagspastor Jan Janssen wird der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Er wurde am Freitagnachmittag von der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg im zweiten Wahlgang mit 56 Stimmen in das höchste Amt gewählt. Bereits beim ersten Wahlgang am Vormittag hatte er die erforderliche Dreiviertelmehrheit lediglich um eine Stimme verfehlt. Für Janssen hatten 44 der 60 Synodalen gestimmt. Für die ursprünglich am Morgen vorgesehene Personaldebatte sahen die Synodalen keinen Bedarf mehr; sie wurde von der Tagesordnung gestrichen. Janssen wird am 29. September in der Oldenburger Lamberti-Kirche in sein Amt eingeführt, wenn der amtierende Bischof Peter Krug (64) in den Ruhestand verabschiedet wird.

Jan Janssen wurde in Bad Bevensen geboren und ist seit 2002 Pastor beim Deutschen Evangelischen Kirchentag mit Sitz in Fulda. Bei den großen Christentreffen ist er verantwortlich für die Gottesdienste. Janssen wuchs in Wagenfeld/Kreis Diepholz und in Sengwarden/Friesland auf und studierte in Münster, Bern und Göttingen Theologie. Ab 1992 absolvierte er das Vikariat in der Oldenburg-Bloherfelde und war anschließend als Pfarrer in der Kirchengemeinde Wiefelstede tätig.

Nach einer Zwischenstation beim 27. Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Leipzig kehrte Janssen 1997 nach Wilhelmshaven zurück und übernahm eine Pfarrstelle an der Wilhelmshavener Christus- und Garnisonkirche. Hier war er auch verantwortlich für die "Kirche am Meer" zur Expo 2000. Im Jahr 2002 wurde Janssen Kirchentagspastor. Der designierte Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

 

Beratungsarbeit in Oldenburg wird fortgesetzt

Bei ihrer ersten Tagung am 22. und 23. Mai in Rastede haben die Mitglieder der 47. Synode beschlossen, dass die evangelische Beratungsarbeit in der Stadt Oldenburg bis längstens zum 31. August 2013 überwiegend durch Honorarkräfte fortgeführt werden soll. Damit möchte die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg eine minimale Grundversorgung im Bereich der evangelischen Ehe- und Familienberatung sicherstellen. „Viele Menschen“, so heißt es weiter in der Tagungsvorlage, „ die eine Ehe- und Familienberatung aus wirtschaftlichen Gründen nicht finanzieren können, sind derzeit und auch zukünftig auf das entsprechende Angebot der evangelischen Beratungsstelle am Standort Oldenburg angewiesen.“
Die Honorarkosten für die Beratungsarbeit sollen dabei 45 000 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Im Zuge der Sparzwänge hatte die 46. Synode beschlossen, sich zum 1. April 2009 aus der Finanzierung der Beratungsstelle Oldenburg zurückzuziehen. Mit dieser umstrittenen Entscheidung sollte die Beratungsarbeit in Wilhelmshaven und Delmenhorst abgesichert werden. Gleichzeitig hatte die Synode um einen Vorschlag zur Weiterarbeit mit den angebundenen Honorarkräften gebeten. Der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit, Rüdiger Schaarschmidt bezeichnete den Beschluss als einen „geordneten Rückzug aus der Beratungsarbeit in der Stadt Oldenburg“.

 

 

Evangelische Kindertagesstätten sollen abgesichert werden

Die 47. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg möchte den Bestand und die Qualität der Kindertageseinrichtungen längerfristig sichern. Bei ihrer 1. Tagung am 22. und 23. Mai in Rastede hat sie einen Antrag des Synodalen Pfarrer Andreas Thibaut an den Ausschuss für Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit verwiesen. Sie fordert den Ausschuss darin auf, sich mit den Konsequenzen aus dem Krippenprogramm der Landesregierung Niedersachsen zu befassen. Bis Herbst 2008 soll ein Konzept erarbeitet werden, auf welcher Basis sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg angemessen im Bereich des Krippenausbaus beteiligt.

 

 

Finanzsituation kleiner Gemeinden im Kirchensteuerbeirat

Der Kirchensteuerbeirat soll sich damit beschäftigen, wie für kleine Kirchengemeinden, die bisher in ihrem Haushalt keine Mittel für Verwaltungskräfte ausgewiesen haben, Engpässe in der gemeindlichen Arbeit vermieden werden können. Dies beschloss die 47. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg auf Antrag des Synodalen Carsten Homann. Die Synode tagte am 22. und 23. Mai in Rastede. Hintergrund des Antrags sind die Regelungen zu den zweckgebundenen Zuweisungen für die Kirchenbüros einerseits und die Frage einer Erhöhung der allgemeinen Zuweisungen andererseits.